Hardheim

Bergpredigt im Licht moderner Kirchenmusik

Konzert mit Jonathan Böttcher, Bärbel Kunz und dem Projektchor Hardheim: Eingängige Melodien mit harmonischem Reichtum

Die „Frohe Botschaft“ des Evangeliums wurde bei einem Konzert am Sonntagabend in der Hardheimer Pfarrkirche St. Alban überzeugend von Liedermacher Jonathan Böttcher und Bärbel Kunz in einem ebenso authentischen Programm mit textlich und gesanglich modernem Liedgut verkündet. Mit von der Partie war bei dieser gelungenen Veranstaltung der Projektchor der Seelsorgeeinheit Hardheim unter der Leitung von Dirigent Lothar Beger. Das dankbare Publikum wusste die überwaÅNltigende Klangfülle der Musik und der ausdrucksstarken, modernen Texte zu schätzen und klinkte sich spontan mit Genuss in die Chorgesänge ein.

„Steh’ zu deinem Wort, sag ja oder nein, wähl nicht den Kompromiss.“
LIEDERMACHER JONATHAN BÖTTCHER

Gemeinsames Projekt
Nachdem bereits vor vier Jahren das gemeinsame Chorprojekt mit „Jonathan und Bärbel“ und dem Hardheimer Projektchor unter Lothar Beger großen Anklang gefunden hatte, schlug es auch heuer wieder mächtig ein mit neu und sorgfältig arrangierten Songs und tiefsinnigen Texten. Mit dem klangvollen „Venimus adorare eum“ („Wir sind gekommen, um ihn anzubeten“), dargeboten vom Projektchor mit Gitarrenbegleitung durch das Ehepaar Weihbrecht, Liedermacher Jonathan Böttcher und Sängerin Bärbel Kunz, hießen die Akteure ihre Gäste im weiten Rund der Kirche willkommen. Daran schloss sich „Ein Licht, in Dir geborgen“, eindrucksvoll von Jonathan und Bärbel gesanglich interpretiert, während die in den Bankreihen aufgestellten Kerzen bedeutungsvoll entzündet wurden. Einfühlsam und ergreifend „Freut Euch in der Sehnsucht nach der Wahrheit“, so das Sängerduo erhebend, dezent und einfühlsam.

Jonathan Böttcher

Zu einem denkwürdigen Erlebnis wurde das Konzert des Liedermachers Jonathan Böttcher und seiner Begleiterin Bärbel Kunz mit dem Projektchor der Seelsorgeeinheit Hardheim unter Leitung von Dirigent Lothar Beger in der Pfarrkirche.
Foto: Böhrer

Nicht minder ergreifend waren die von Jonathan und Bärbel zelebrierten „Seligpreisungen“ der Bergpredigt und im Anschluss daran die liturgischen Passagen über „Salz und Licht“, wodurch Christus als „Licht der Welt“ verherrlicht wird. Immer wieder standen Jonathan (Gitarre und Gesang) und Bärbel im Zentrum des Geschehens, wirkungsvoll vom Projektchor im Background unterstützt. So auch bei den Botschaften der Rubrik „Nicht auflösen“. „Lass dich darauf ein“, appellierte das charismatische Gesangsduo und forderte musikalisch auf: „Steh’ zu deinem Wort, sag ja oder nein, wähl’ nicht den Kompromiss“.

Das stete, harmonische Zusammenspiel zwischen Chor und Gesangsduo zeichnete auch die Verkündigungen des „Ich gebe mich Dir“ aus. Die kompromisslosen, markanten Forderungen in der Bergpredigt „Liebet eure Feinde“ trafen nicht nur Mark und Bein der Jünger Jesu, sondern auch das Publikum in Hardheim: „Tuet Gutes denen, die euch beleidigen, die euch verfolgen, die euch hassen“, hieß es da. Die einzelnen Stücke und Darbietungen wurden durchgehend von Soloauftritten des Liedermachers Jonathan Böttcher geprägt, wohltuend verbunden mit dem flexiblem und hoch motivierten Chor der Seelsorgeeinheit Hardheim. So besonders auch bei den Parts „Fassaden“. Publikum wurde einbezogen Hinzu gesellten sich mehrere erhebende Beiträge des Publikums, das von Jonathan mit feinem Gespür zum Mitsingen animiert wurde. Mit Inbrunst und Hingabe wechselten die Gäste ihre Rolle vom Zuhörer zum Mitsänger bei der modern und neu verfassten Version des „Unser Vater“.

Weitere elementare Aussagen über wesentliche Aspekte des Christentums thematisierte die Bergpredigt auch in den Bereichen vom „Schätzesammeln“, von den „Spatzen“ und auch der Forderung: „Trachtet nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit, alles andere wird euch dazugegeben“, wobei sich die Konzertbesucher wiederum begeistert in den Chor einbrachten. Beim Gebot „Richtet nicht, damit ihr nicht gereichtet werdet“, stand die Aussage im Mittelpunkt: „nicht dein, sondern Gottes Maßstab zählt!“ Dass an der Bergpredigt keiner vorbeigehen kann, bekräftigte Jonathan zunächst ausdrucksstark mit instrumentalen Modulationen als Solist. Bekräftigend schloss sich der gut zwei Dutzend Mitglieder zählende Chor an: „Nicht der, der da sagt, Herr, Herr, kommt in den Himmel, sondern der, der den Willen Gottes tut“. Neben weiteren thematischen Einlassungen nahmen Chor und Solisten den Bereich „Salz und Licht“ als Reprise auf und verkündeten kraftvoll: „Ich danke für die Farben des Winters und male sie auf ein Blatt, und bleibt einer in der Welt arm und leer, dann schenk ich mein Blatt auch her“. Neben zwei Zugaben beschenkten die Veranstalter die Konzertbesucher mit der gemeinsam, feierlich und erhoben gesungenen, modern komponierten Version des „Unser Vater“, das einen würdevollen Schlusspunkt unter das inhaltsreiche Konzert setzte. Dirigent Lothar Beger dankte allen Mitwirkenden und überreichte den beiden Hauptakteuren ein Erinnerungsgeschenk. WB

aus den Fränkischen Nachrichten vom 2.11.2011

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